Den Druckwerten folgen
Eine Karte voller geschwungener Linien lässt sich leichter verstehen, wenn man bei den eingetragenen Werten beginnt. Jede Isobare verbindet Orte mit gleichem Luftdruck. Entlang derselben Linie bleibt dieser Wert also unverändert; beim Wechsel zur nächsten kann er sich ändern. Um ein Hoch steigen die Druckwerte zum Zentrum hin an, um ein Tief nehmen sie nach innen ab. [s1]
Auch der Abstand zwischen den Linien ist aufschlussreich. Eng benachbarte Isobaren zeigen eine raschere räumliche Änderung des Luftdrucks: Der Druckgradient ist größer und der Wind im Allgemeinen stärker. Das ist eine qualitative Beziehung. Aus dem gezeichneten Linienabstand allein erhält man noch keine Messung der tatsächlichen Windgeschwindigkeit, die eine bestimmte Wetterstation an ihrem Standort gerade erfassen würde. [s1]
Die Luftbewegung verstehen
Ein Druckunterschied treibt Luft in Richtung niedrigerer Druckwerte, doch diese Kraft wirkt nicht allein. Die Erdrotation verändert die Bewegungsrichtung durch den Corioliseffekt; nahe der Oberfläche bremst außerdem die Reibung den Luftstrom. Ein gerader Pfeil vom Hoch zum Tief stellt deshalb nur einen Teil des physikalischen Zusammenspiels dar und erklärt noch nicht den vollständigen Verlauf des Windes. [s1]
Bodennah dreht sich die allgemeine Zirkulation auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn um Tiefs und im Uhrzeigersinn um Hochs. Auf der Südhalbkugel sind diese Drehrichtungen umgekehrt. Der Bodenwind überquert die Isobaren zudem mit einer Komponente zum niedrigeren Druck. Die Linien beschreiben daher das Druckmuster; sie sind keine festen Schienen, denen jedes einzelne Luftpaket auf seinem Weg genau folgen müsste. [s2]
Die Richtung richtig lesen
Ein hypothetisches Beispiel verdeutlicht eine weitere Unterscheidung: Westwind kommt aus Westen und transportiert Luft nach Osten. Die meteorologische Windrichtung benennt also die Herkunft, während eine animierte Spur die Bewegung zeigt. Vor dem Vergleich einer schriftlichen Windangabe mit einer bewegten Karte sollte man feststellen, welche dieser Informationen dargestellt wird. Sonst liest man denselben Luftstrom versehentlich in der entgegengesetzten Richtung. [s1]
Als Leseübung stellen wir uns eine Karte ohne Bezug zu einem bestimmten Tag vor. Zunächst verfolgen wir die Druckwerte und vergleichen anschließend Bereiche mit engen oder weiten Linienabständen. Daraus ergibt sich ein Bild von Druckverteilung und Gradient. Für die tatsächlich beobachtete Windrichtung und Geschwindigkeit an einem Ort liest man danach die zugehörige Stationsmeldung, getrennt von der eigenen Deutung der Skizze. [s1] [s2]
Verwendete Quellen
- Origin of Wind — NOAA JetStream — Source: NOAA / National Weather Service
- Basic Discussion on Pressure — National Weather Service — Source: NOAA / National Weather Service
Automatisch anhand der zitierten Quellen erstellter Inhalt.
Alle Nachrichten und Leitfäden