Praxisleitfaden

Mittelwind und Böen: Werte richtig lesen

Wind weht selten mit gleichbleibender Stärke. Vorhersagen unterscheiden gewöhnlich einen gemittelten Windwert von Böen, also kurzen Spitzen, die Komfort und Sicherheit stark beeinflussen können.

Redaktionelle Illustration: Mittelwind und Böen: Werte richtig lesen

Mittelwert und Spitze beschreiben Verschiedenes

Der Mittelwind fasst die Geschwindigkeit über ein vom Wetterprodukt festgelegtes Intervall zusammen. Eine Böe ist ein kurzer Anstieg und kann deutlich stärker als der Mittelwert sein.

Auch die Einheit zählt: Kilometer pro Stunde, Meter pro Sekunde und Knoten sind ohne Umrechnung nicht vergleichbar. Meteo Interactive zeigt die zum empfangenen Wert gehörende Einheit.

Gelände und Exposition verändern den erlebten Wind

Kämme, Täler, Küsten, Gebäude und Vegetation können die Strömung beschleunigen, umlenken oder abschirmen. Ein exponierter Punkt und eine geschützte Straße können daher innerhalb derselben Vorhersagezelle sehr unterschiedliche Bedingungen haben.

Die Windrichtung gibt an, woher der Wind kommt. Richtung, Mittelgeschwindigkeit und Böen gemeinsam zeigen, welche Hänge oder Wege stärker exponiert sein können.

Vor einer Aktivität im Freien

Prüfen Sie den Stundenverlauf statt nur den aktuellen Wert und beachten Sie die höchste erwartete Böe während der Aktivität. Planen Sie an exponierten Orten einen zusätzlichen Sicherheitsabstand ein.

Für Schifffahrt, Bergsport, Luftfahrt, Höhenarbeit oder andere risikosensible Situationen gelten Fachdienste und amtliche Warnungen. Eine allgemeine Vorhersage ersetzt keine Betriebsverfahren oder Grenzwerte.

Vorhersagen beschreiben wahrscheinliche Szenarien und ersetzen keine amtlichen Warnungen.