Vorhersagen verstehen

Regenwahrscheinlichkeit und Millimeter: zwei verschiedene Werte

Regenwahrscheinlichkeit und erwartete Millimeter beantworten zwei unterschiedliche Fragen. Gemeinsam gelesen trennen sie ein wahrscheinliches, aber schwaches Ereignis von einem selteneren Szenario mit möglicherweise mehr Niederschlag.

Zwei Beispiele: A mit 80 % Wahrscheinlichkeit und 0,4 mm; B mit 40 % und 3 mm.
Fiktives Lehrbeispiel für denselben Ort und gleich lange Zeiträume: Eine höhere Wahrscheinlichkeit bedeutet keine größere Menge. Die Millimeter werden nicht mit dem Prozentwert multipliziert.
Originalillustration: Meteo Interactive. · Original work for Meteo Interactive

Der Prozentwert misst nicht die Regenmenge

Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beschreibt die Chance auf messbaren Niederschlag im angegebenen Zeitraum und am dargestellten Ort. Ein hoher Prozentwert bedeutet nicht automatisch starken Regen.

Die genaue Definition kann sich je nach Produkt und Anbieter unterscheiden. Meteo Interactive zeigt deshalb Quelle, Aktualisierungszeit und Zeitraum und vergleicht keine Prozentwerte aus unterschiedlichen Intervallen.

Millimeter beschreiben eine Menge

Ein Millimeter Regen entspricht einem Liter Wasser auf einem Quadratmeter. Der Vorhersagewert ist eine Modellschätzung und keine Garantie, dass jeder Punkt im Gebiet genau diese Menge erhält.

Schauer und Gewitter können auf kurzer Distanz große Unterschiede erzeugen. Lesen Sie die Millimeter daher zusammen mit Wahrscheinlichkeit, Stundenverlauf und, sofern verfügbar, aktuellen Radarbildern.

Eine praktische Lesemethode

Prüfen Sie zuerst, wann die Wahrscheinlichkeit steigt, und dann die erwartete Menge in denselben Stunden. Beobachten Sie anschließend, ob das Signal über mehrere Aktualisierungen bestehen bleibt oder rasch wechselt.

Nutzen Sie bei wetterabhängigen Sicherheitsentscheidungen immer die Meldungen der zuständigen Behörden. Eine automatische Vorhersage informiert, ersetzt aber keine amtliche Warnung.

Ein Vergleich mit erfundenen Zahlen

Lehrbeispiel, keine Vorhersage: Betrachten wir zwei gleich lange Zeiträume am selben Ort. Zeile A nennt 80% Wahrscheinlichkeit und 0,4 mm, Zeile B 40% und 3 mm. A zeigt eine höhere Niederschlagswahrscheinlichkeit, B eine größere vorhergesagte Menge. Keine Spalte beantwortet beide Fragen allein.

Multiplizieren Sie 3 mm nicht mit 40%, um eine „korrigierte“ Menge zu erhalten. Die angezeigte Menge ist bereits ein Vorhersageprodukt und nicht als bedingte Menge bei tatsächlich eintretendem Regen ausgewiesen. Aus diesen Zahlen lassen sich weder die Verteilung der Szenarien noch eine garantierte Regenmenge ableiten.

Welche Vergleiche auf der Website möglich sind

Öffnen Sie eine Stadtseite und notieren Sie Ort, Quelle, Datenzeit und Zeitraum jedes Wertes. Aktuelle Übersicht, stündliche Wahrscheinlichkeit und Summen der kommenden Tage haben unterschiedliche Zeitbezüge: Vergleichen Sie den aktuellen Prozentwert nicht mit den Millimetern eines ganzen Tages, als beträfen sie denselben Zeitraum.

Open-Meteo definiert stündliche Wahrscheinlichkeit und Menge für die vorhergehende Stunde; die Wahrscheinlichkeit verwendet eine Schwelle über 0,1 mm. Übertragen Sie diese Definition nicht automatisch auf aktuelle Werte oder Tageswerte.

Fehlt ein vergleichbarer Wert, behalten Sie den vorhandenen und kennzeichnen Sie den anderen als nicht verfügbar: Ein Strich bedeutet nicht null. Speichern Sie für einen Vergleich von Aktualisierungen zuerst Werte für denselben Ort und Gültigkeitszeitpunkt; die neueste Anzeige rekonstruiert die vorherige nicht.

Warum zwei Prozentwerte keine Summe ergeben

Wenn zwei aufeinanderfolgende Stunden jeweils 40% zeigen, ergibt ihre Addition keine 80% Wahrscheinlichkeit für den gesamten Zeitraum. Auch der Mittelwert beantwortet eine andere Frage. Ob es mindestens einmal regnet, hängt vom Zusammenhang der Szenarien beider Stunden ab; die Prozentwerte allein beschreiben ihn nicht.

Millimeter lassen sich für getrennte, nicht überlappende Zeiträume desselben Produkts und derselben Aktualisierung addieren: 1 mm in einer Stunde und 2 mm in der nächsten ergeben 3 mm über zwei Stunden. Diese vorhergesagte Summe bestimmt keine genaue Regenminute und ist keine beobachtete Messung.

Quellen und Methode

Praktisches Beispiel bei Meteo Interactive

In der Stadtansicht gilt der Prozentwert für das angezeigte Stundenintervall. Die aktuellen Millimeter gelten für 15 Minuten, die Tagesliste für einen ganzen Tag. Prüfen Sie die Zeiträume: Wahrscheinlichkeit und Menge beantworten unterschiedliche Fragen.

Dieser Leitfaden ist ein Erklärtext und von den operativen Wetterdaten getrennt. Er wurde mit den unten genannten öffentlichen Quellen sowie mit den tatsächlich angezeigten Bezeichnungen, Einheiten und Zeitangaben abgeglichen. Die Prüfung achtet auf Klarheit, Konsistenz und die Trennung von Beobachtungen, Vorhersagen und amtlichen Warnungen; bei Änderungen an Quelle oder Oberfläche wird der Text aktualisiert.

Wenn Sie einen Fehler oder eine veraltete Quelle finden, melden Sie ihn der Redaktion.

Vorhersagen beschreiben wahrscheinliche Szenarien und ersetzen keine amtlichen Warnungen.